Montag, 27. Juli 2009

Verkehr in Braunschweig

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diesen Bericht glauben soll:

Flashmobs in Braunschweig...

Dass sich Ordnungsämter ab und an ziemlich viel herausnehmen, ist ja bekannt. Aber diese Aktion schreit ja gerade nach Widerstand. Also, alle, die das lesen: kommt NICHT nach Braunschweig. Dort findet KEIN Picknick statt. Und zwar NICHT auf dem Schlossplatz am 8.8. zwischen 16 und 18 Uhr!

Montag, 26. März 2007

Lemminge...

Letzte Woche konnte ich wieder eine kleine Diskusssion verfolgen, die mich nachdenklich machte. Der Herr Schreiner von der SPD kam in Begleitung von Axel Troost von der Linken heftig diskutierend auf meinen Kiosk zu.
"...blamabel, wie sich ihre Partei an unseren Randgruppen bedient", hörte ich Schreiner mit empörter Stimme sagen.

Axel Troost, seines Zeichens Vorstandsmitglied der WASG, hielt dagegen: "Herr Schreiner, das ist das Natürlichste auf der Welt." Troost ist ja ein wesentlich gemütlicherer Mensch als Schreiner, schon allein vom Aussehen her. Darum sprach er auch mit ruhiger Stimme weiter: "Wenn sich eine Partei so weit von ihrer Basis entfernt wie die Ihre (die SPD, Anmerkung des Kioskbesitzers), dann wandert eben diese Basis zu einer Heimat, die sie besser..."

"Das ist doch Quatsch, und das wissen Sie auch." Ottmar Schreiner, zackig wie immer, ließ sich das seichte Geschwätz nicht lange bieten. Im Kasernenhofton fuhr er fort: "Sie wissen genau, dass die SPD schon immer auf der Seite des kleinen Mannes stand! Nur, weil wir jetzt auch die Mittelschicht bedienen müssen, sind für uns die Nicht-Besserverdienenden noch lange nicht uninteressant."

"Als Wahlvieh, ja, genau."

"Herr Troost, was sollen die Anspielungen? Das Wahlprogramm ihrer Partei ist so diffus, dass Sie wahrscheinlich noch nicht mal selber was damit anfangen können."

"Diffus?", fragte Troost, wobei er die Augenbrauen bis zum Haaransatz hochschob. "Sie wollen jetzt nur vom SPD-Wahlprogramm ablenken, das von gebrochenen Versprechen nur so strotzt, oder? Insgesamt sprechen nämlich die Mitgliederzahlen eine andere Sprache."

"Eine gewisse Umstrukturierung in der Partei ist eben irgendwann mal nötig geworden. Das war nicht mehr zu verhindern." Schreiner fuhr sich mit der Zeigefingerspitze über seinen akkurat gestutzten Bürstenschnauzer. "Aber dass die Mitglieder jetzt gleich alle davonlaufen, ist ja auch eher ein Verhalten wie bei den Lemuren."

"Lemmingen, meinen Sie wohl, Herr Abgeordneter, Lemminge." Troost war sichtlich zufrieden mit diesem kleinen Ausritt zu Brehms Tierleben.

Eine kleine Pause in der Diskussion nutzte ich für ein "Was kann ich für die Herren tun?".

"Ach so, ja, ähh..." sagte Schreiner, der offensichtlich immer noch an den Lemmingen kaute.

"Zwei Kaffee, bitte", warf Troost dazwischen. "Und noch was, Herr Schreiner. Wenn wir mit der Linken erst mal fusioniert haben, werden wir der SPD die Hölle heiß machen. Wir brauchen nämlich auf Lobbyisten und Wirtschaftsbelange und sonstige Befindlichkeiten keine Rücksicht zu nehmen. Wir vertreten den kleinen Mann. Wir tun das, was die SPD in den letzten zehn Jahren zunehmend versäumt hat. Sie werden sehen, das zieht den Wähler auf unsere Seite."

Schreiner war zunehmend nicht amüsiert. Ich kassierte noch schnell ab, bevor der Disput wieder losging. Schreiner holte Luft, aber Troost kam ihm zuvor. "Sie werden sehen, in ein paar Jahren lösen wir die SPD als zweitstärkste Partei ab."

Schreiner starrte Troost ungläubig an, um dann ein etwas gekünsteltes Lachen auszustoßen. "Ja, genau; das will ich sehen." Seine Stimme troff geradezu vor Sarkasmus.

Die beiden schnappten sich ihren Kaffee und gingen zu den Bistrotischen rüber. Andere Kunden verlangten meine Aufmerksamkeit, so daß ich mich aus dem Gespräch hier ausklinken musste. Hat die SPD ihre Identität verloren? Ich werde in nächster Zeit auf diesem Ohr etwas aufmerksamer zuhören.

Auf Wiedersehen.

Dienstag, 30. Januar 2007

Keine Kohle

Jetzt ist es passiert: eine heilige Kuh wird geschlachtet. Gestern diskutierte Wirtschaftsminister Glos mit einem Mann mit Schnauzer, den ich nicht kannte, direkt vor meinem Kiosk bei einer Tasse Kaffee. Offensichtlich waren sie sich nicht ganz einig, was die Kohleförderung betrifft.

„Wir steigen 2018 aus. Das ist ein großer Erfolg!“ konstatierte Glos, sichtlich von seiner Sache begeistert.

„Erfolg nennen Sie das?“ höhnte der Schnauzer. „Jede Tonne Kohle, die wir heute fördern kostet einhundert Euro mehr als die Kohle, die wir aus dem Ausland importieren. Und diesen untragbaren Zustand noch bis 2018 zu halten, bezeichnen Sie als Erfolg?“

„Hören Sie, wenn die SPD nicht kompromissbereit gewesen wäre, ...“

„Ach was, Kompromiß, dass ich nicht lache! Und 2012 soll der Beschluss nochmal geprüft werden! Das ist ja wohl der größte Mist, den ich je gehört habe.“

„Und was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Was soll denn anderes gemacht werden? Sollen wir die Kumpel alle auf die Strasse setzen?“ Glos, wie immer streng gescheitelt, war der Unmut anzuhören.

„Selbst wenn, würde das die Arbeitslosenzahl noch nicht mal um 0,1 Prozent steigen lassen.“ Schnauzer begann jetzt, seine Arme als Argumentationshilfe einzusetzen. „Und das sind doch alles Fachkräfte! Die sind jederzeit wieder vermittelbar.“

„Aber die soziale Härte! Das geht nicht so einfach.“

„Das Geld, das dadurch gespart wird, könnte ja für Umschulung und Vorruhestand der Kumpel eingesetzt werden. Das würde schon weit vor 2018 Gelder locker machen.“

Glos hob abwehrend die Hände. „Davon abgesehen, brauchen wir die Steinkohle für unsere Energieversorgung. Der Mix ist wichtig. Was, wenn das Ausland uns plötzlich die Daumenschrauben ansetzt und uns nicht mehr beliefert?“ Jetzt war er in seinem Element.

„Ach ja? Welche aussenpolitische Fehlleistung, außer einem neuen Weltkrieg, sollte das denn bewirken, bitte schön? Kohle bekommen wir praktisch aus der ganzen Welt, für weniger als die Hälfte der Kosten, die wir hier im Inland verbraten.“

„Wir machen ja den Ausstieg. Was wollen Sie denn noch?“

„Klar, aber zu langsam, zu zögerlich, wie alles, was diese Regierung anpackt.“

„Nun aber mal langsam, alles auf einmal geht eben nicht.“

Offensichtlich waren sie mit ihrer Pause fertig, denn sie nahmen ihre Aktenkoffer und setzten sich Richtung Ausgang in Bewegung. Im Hinausgehen konnte ich noch „Gesundheitsreform, Eigenheimzulage, Nachtarbeit...“ verstehen, aber dann waren sie zu weit weg.

Wenn ich nur wüßte, wer der Schnauzer war. Ich werde ihn mal „Gesunder Menschenverstand“ nennen.

Auf Wiedersehen

Freitag, 26. Januar 2007

Terrorkreise

"Den Focus und die "Welt", bitte".
Der mich da so aus meinen Gedanken reisst, ist der Staatssekretär Silberberg, ein Mitarbeiter unseres Aussenministers. Seine rote Krawatte beisst mich fast ins Auge.
"Morgen, Herr Silberberg. Na, wie stehts außerhalb Deutschlands?"
"Ach, hören Sie bloss auf. Momentan ist dicke Luft."
"Etwa wegen Kurnaz?"
Silberberg blickt mich forschend an. "Das hat sich wohl schon rumgesprochen, was?"
"Na ja, man hört so einiges."
"Ich sag Ihnen", sagt Silberberg, und wedelt dabei mit dem Finger vor meiner Nase rum. "Wenn das mit diesem Türken so weiter geht, wird Deutschland den Bach runter gehen."
"Aha, ich dachte, den Weg hätten wir schon lange eingeschlagen."
"Nein, ich meine jetzt wirklich, von der inneren Sicherheit und so. Stellen Sie sich mal vor: ein Islamist reist aus Deutschland ab, meldet sich von der Schule ab, kündigt Verträge und fliegt nach Afghanistan, um dort die Taliban bei ihrem Kampf zu unterstützen."
Ich stelle es mir vor und nicke unverbindlich. Ich weiss ja noch nicht, wo das hinführen soll.
"Dann wird der verhaftet, von den Amis. Er trägt Kampfanzug, Waffen, sein Rückflugticket ist abgelaufen."
"Mhm..." Mein Gott, das wird ein langer Tag.
"Die Amis sagen, sie wollen den als Doppelagenten einsetzen, um in Deutschland Terrorzellen aufzudecken. Unser Geheimdienst verbockt das Ganze. Jetzt hängen die Medien das dem Chef an."
"Na ja, der war doch daran beteiligt, oder nicht?"
"Ja, klar. Aber was hätten Sie getan? Wenn er nach dem Anschlag in Amerika 2001 diesen Türken ins Land gelassen hätte, und der hätte wirklich was angestellt, stellen Sie sich das vor!"
"Na ja, aber den einfach im Straflager lassen, ist ja auch nicht die feine Art, oder?"
"Der Mann hat die türkische Staatsbürgerschaft, warum wollte er denn nicht in die Türkei?"
"Hmmm, vielleicht hatte er in Deutschland Freunde, Familie, Arbeit?"
"Papperlapapp, das ist doch alles Humbug. Eine Terrorzelle wollte er aufbauen. Und dann Anschläge verüben. Das ist doch sonnenklar. Und jetzt drehen sie dem Chef einen Strick daraus. Ausgerechnet die Grünen zetern am meisten, dabei waren doch die damals an der Regierung, wo der Mist produziert worden ist."
"Ja, das ist schon tragisch."
"Also, ich muss jetzt weg. Das bleibt aber unter uns, worüber wir hier gesprochen haben, oder?"
"Ich bekomm noch vier vierzig von Ihnen." Staatssekretär oder nicht, aber du kommst mir nicht davon.
"Ach so, ja, hätt ich fast vergessen."

Auf Wiedersehen

Montag, 22. Januar 2007

Der blaue Dunst

Letzten Freitag, kurz vor Schluss, kommt Karl Lauterbach bei mir vorbei. "Na, Herr Schrödinger, jetzt ist ja bald Feierabend. Dann gehts ab nach Hause, was?"
Jetzt muss man wissen, dass Herr Lauterbach der natürliche Feind der Kioskbetreiber ist. Hat er doch einen Bundesantrag zum Nichtraucherschutz eingebracht, in dem das Rauchen in der Öffentlichkeit komplett verboten werden soll. Dass das für mich als Zigarettenverkäufer einen Umsatzrückgang von über zehn Prozent zur Folge hätte, hat er wohl noch nicht bedacht.
Da mir nicht gleich eine Antwort auf seine offensichtlich überflüssige Frage einfiel (NATÜRLICH gehts ab nach Hause, wohin sonst?), nickte ich ihm nur zu, gab ich ihm die "FAZ", kassierte das Wechselgeld und wollte mich gerade dem nächsten Kunden zuwenden, als Herr Dr. Struck um die Ecke kam, im Mundwinkel die (kalte) Pfeife.
Herr Struck ist ja sozusagen der Gegenpol zu Herrn Lauterbach. Nach Struck ist Rauchen ein Grundrecht des Menschen, ein Genuss, eine Freiheit. Mit dieser Meinung ist er mir sehr sympathisch. Allerdings ist Lauterbach da natürlich anderer Meinung.
"Hallo, Herr Struck", grüße ich also aus meinem Kiosk raus, nur um Lauterbach ein wenig leiden zu sehen. Struck sieht kurz zu mir rüber, nimmt die Pfeife in die Rechte, winkt mir damit zu und verschwindet aus meinem Blickfeld.
Lauterbach brummt unwillig und sieht mich an. "Herr Schrödinger, wie stehen Sie eigentlich zum Rauchen?" fragt er mich unter seiner fransigen Ponyfrisur hervor.
"Na, wie werd ich dazu schon stehen? Ich verkaufe das Zeug ja schließlich."
"Ja, klar, aber rauchen Sie selbst?"
"Ich? Nee, das wär mir zu teuer." Meine Frau, die Gertrude, verpasst mir zwar manchmal eine Zigarre, aber das hat er wohl nicht gemeint.
"Wissen Sie eigentlich, dass die Tabakindustrie in den letzten acht Jahren den Nikotingehalt der Zigaretten um elf Prozent gesteigert hat, ohne die Raucher darauf aufmerksam zu machen?" Seine hochgezogenen Augenbrauen heischen nach meiner Überraschung, die ich ihm leider nicht bieten kann.
"Ja, ich lese auch den Spiegel. Ich krieg den ja quasi umsonst." Der Scherz kommt nicht bei Lauterbach an. Zumindest verzieht er keine Mine.
"Sind Sie nicht auch der Meinung, dass man Kinder oder schwangere Frauen vor den negativen Folgen des Rauchens schützen muss?"
Mann, wie ich solche suggestiven Fragen hasse. "Herr Lauterbach, was wollen Sie von mir? Ich bin nur ein kleiner Kioskbetreiber. Was kann ich schon ausrichten?"
"Ich habe hier einen Aufkleber. Damit leisten Sie schon einen Beitrag. Könnte ich den hier irgendwo an Ihrem Kiosk platzieren?"
Tja, überrumpelt, würde ich das nennen. "Klar, Herr Lauterbach. Kein Problem." Ich schau kurz auf den Aufkleber, roter Kreis mit ner durchgestrichenen Zigarette drin. Na ja, den kann ich ja später wieder runterkratzen.

Auf Wiedersehen

Donnerstag, 18. Januar 2007

Und ewig lockt...

"Hallo, Frau Müller. Eine BILD, wie immer. Bitte schön. Na, wie geht's der Tochter?"
Aha, Frau Müller sieht heute ein wenig übernächtigt aus, wahrscheinlich hat sie in der Nacht nicht so viel geschlafen.
"Herr Schrödinger, sie sind immer so aufmerksam. Das schätze ich so an Ihnen!"
"Na ja, jetzt hören Sie aber auf, das tu ich doch gern. Ist ja nicht mehr so üblich, dass Familien längere Zeit zusammenhalten, oder?"
Frau Müller sieht auf die soeben gekaufte Zeitung und natürlich schreit ihr die Überschrift "Seehofers Affäre" entgegen. "Ja", murmelt sie, in die Lektüre vertieft. "Jetzt hat es sogar den Horst erwischt."
Der Zeitpunkt, zu dem diese Story von den Zeitungen breitgetreten wird, könnte eigentlich nicht besser passen, wenn man so drüber nachdenkt. Führungskrise in der CSU, Stoiber braucht Nachfolger, kann aber nicht so gut mit Seehofer. Eine kleine Indiskretion an die BILD und voilá - Seehofer ist praktisch aus dem Rennen. Oder lanciert hier die BILD selbst eine Story, die sie schon länger in der Hinterhand hält, um Einfluss auf die Politik zu nehmen? Oder war es gar die Opposition?
Die Frage, die sich mir stellt, ist die: wer von denen, die hier am stärksten "Schweinerei" und "Schwer enttäuscht" rufen, hat denn wohl selber Dreck am Stecken? Und ist der Seehofer jetzt für die Politik noch zu gebrauchen, wo er sich doch um zwei Frauen kümmern muss? Ich bin mit meiner Gertrude schon genug beschäftigt; wenn ich zwei von der Sorte hätte, müsste ich meinen Kiosk schließen. Aber bei Politikern ist das nicht so dramatisch, das hat uns ja schon der Gerd vorgemacht. Oder der Fischer. Bei denen war bei zwei Frauen noch lange nicht Schluss.

Auf Wiedersehen.

Mittwoch, 17. Januar 2007

Bleiben Sie gesund!

Der Merz war heute morgen hier und hat über leichte Rückenschmerzen geklagt. Sagte was von wegen "schlecht geschlafen" und "scheiß Gesundheitsreform" und irgendwas von der Zypries war auch noch dabei, was ich allerdings nicht so genau verstehen konnte.

Dabei hat der Merz ja Recht. Die Gesundheitsreform macht sogar mir schon schlaflose Nächte. Alles, was man in den einschlägigen Schlagzeilen findet, sind Horrorszenarien und Hiobsbotschaften.

Ich sag also zum Merz „Sagen Sie mal, Herr Merz, die Gesundheitsreform, bringt die auch für uns Kleine was, oder wieder mal nur für die Reichen?“

Merz sieht mich an, als ob ich ihn gefragt hätte, ob er mir eine Niere spenden könnte. „Wir wollen hier was schaffen, was für alle Leute eine spürbare Erleichterung bringt“, sagt er. Dabei fuchtelt er mit dem Arm rum, als wollte er die ganze Welt umarmen. „Schwer Kranke, Pflegefälle, Unfallopfer; weniger Bürokratie, einfachere Abrechnung...“. Seine Stimme stockt.

„Ja, das hört sich alles super an“. Was interessiert mich das Gerede über schwer Kranke? Mir fehlt ja noch nichts. „Noch bin ich aber kein Pflegefall. Was ist mit mir jetzt?“

„Auch für Sie wird’s leichter, Herr Schrödinger. Arzneimittel werden billiger, Kassenbeiträge müssen sinken.“

„Aber wenn das so ist, warum wird mir das hier am unteren Ende der Nahrungskette nicht auch deutlich gesagt?“ kontere ich, und komme mir dabei vor wie Don Quijote vor den Windmühlen. „Bei mir kommt immer nur verfassungswidrig, teuer und unsozial an. Was stimmt denn nun?“

Merz wirkt plötzlich ein wenig gehetzt. „Ich muss jetzt zu einer Sitzung. Ich erklär Ihnen das ein anderes Mal.“ Spricht’s und dampft ab Richtung Plenarsaal. Ja, und da stehe ich wieder, genau so schlau wie vorher. Ich werde mal sehen, ob ich die Zypries hier vor meinem Kiosk erwische. Die muss es ja nun genau wissen.


Auf Wiedersehen


Dienstag, 16. Januar 2007

Wie geht's in Bayern weiter?

Die CSU wackelt. Stoiber hat sich ja selbst bereits zur Bundestagswahl 2006 demontiert, nur hat er es bis jetzt noch nicht bemerkt. Und Bayern ist nicht irgendein Land. Bayern ist die CSU. Da kann man nicht einfach daherkommen und sagen "Der Stoiber muss weg". Was ganz Deutschland weiß, ist für die Bayern so was wie Gotteslästerung oder womöglich noch schlimmer.

Ausgerechnet eine bayerische Frau bringt den Stein ins Rollen. Eine Frau in der Politik ist in unserem größten Bundesland ja seit jeher verdächtig. Und wenn die dann auch noch promoviert hat, womöglich zum Thema "Öffentlichkeitsarbeit politischer Parteien", und sich jetzt auch noch Frau Doktor nennen kann, ja wo bleibt denn da die Bodenständigkeit? Diese Frau Dr. Pauli, die ja da fast über eine Affäre gestolpert wäre, erlaubt sich reichlich viel für eine Landrätin.

Aber der Schuss, den Frau Pauli abgefeuert hat, hat genau ins Schwarze getroffen. Auch ein kleiner Stock kann gefährlich werden, wenn man mit ihm in ein Wespennest sticht. Mittlerweile überbieten sich die CSU-Politiker darin, Stoibers Rücktritt zu fordern, ihm zu viel Sitzfleisch vorzuwerfen. "Wir wissen alle ganz genau, dass Stoiber nicht mehr zu halten ist", der "kollektive, heuchlerische Eiertanz" müsse ein Ende haben. Plötzlich erkennen alle, die Stoiber gestern noch die Stange gehalten haben, woher der Wind weht. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff zuerst, den letzten beißen die Hunde.

Stoiber wird, bei der bisherigen Geschwindigkeit seiner Demontage, nicht mehr bis September durchhalten und vorher aus "gesundheitlichen Gründen" abtreten, da wette ich um ein Abo der Zeitschrift "Bayernkurier".

Auf Wiedersehen

Was kann ich für Sie tun?

Hallo,

ja, hier haben wir also unseren Kiosk im Bundestag eingerichtet. Sie werden nicht glauben, was es hier alles zu sehen, zu hören und zu denken gibt.

Mein Name ist Herr Schrödinger. Ich leite den Betrieb und werde mir so meine Gedanken darüber machen, was es in der großen Politik für den kleinen Mann alles an erstaunlichen Tatsachen zu entdecken gibt. Ich bin dafür mehr als qualifiziert, denn so mancher Politiker, der hier ein- und ausgeht, läßt seine Sorgen schon mal bei mir ab. Mit meinen Lebenstipps begibt er sich dann wieder frohgemut an die Arbeit.

Auf Wiedersehen.